Eine massive Theater-Choreographie für, mit und in der Staatsoper Berlin Von post theater [new york / berlin / tokyo]

In Szene gesetzt und interpretiert wird das Kernthema aus Chuck Palahniuks Kultroman und David Finchers berühmter Verfilmung “Fight Club”: Die Suche nach Identität jenseits der eigenen Arbeit. “I am not my job” ist einer der Slogans derer, die sich zum Feierabend verabreden, aus den Konventionen ihrer Arbeitswelt auszubrechen – in einer Geheimgesellschaft: 42 Darsteller, rekrutiert aus dem nichtkünstlerischen Personal der Staatsoper und 6 Choreografen aus der Freien Szene spielen Tyler Durden, den imaginierten Rebellen der Dienstleistungsgesellschaft.

Dazu wurde ein Performance-Handbuch erstellt. Dieses “Manual” ist eine vollständige Anweisung, wie eine bestimmte Performance / ARBEIT, “Fight Club: A Chorus” aufgeführt / GETAN werden kann / MUSS. Die Idee zu diesem verbindlichen Regelwerk liegt in der Romanvorlage. Der Geheimbund “Fightclub” unterliegt klar definierten Spielregeln. Entsprechend werden alle Aspekte der Performance / ARBEIT – von der Probe über die eigentlichen Aufführungen bis hin zur Dokumentation des Projektes – ausführlich und detailgenau vorgeschrieben - Performance, Kunst als ARBEIT, ARBEITSWELT, DIENSTLEISTUNG. Das “Manual for Fight Club: A Chorus” wurde im letzten Jahr erstmalig in Singapur vom dort heimischen Choreographen Daniel Kok angewandt (im National Museum of Singapore). In Berlin setzen die Urheber des Handbuches ihre Regeln erstmals selbst um. Von Andy Warhols berühmten 15 Minuten Ruhm für jeden bleiben im im Magazin der Staatsoper Unter den Linden genau 1 Minute Solo-Präsenz für jeden Akteur.

Unter der Gesamtleitung und Regie von Max Schumacher, mit einer Videoinstallation von Hiroko Tanahashi und Yoann Tellu, einem Soundscape von Sibin Vassilev, sowie der inszenatorischen und choreographischen Unterstützung von Gudrun Herrbold, Bettina Holzhausen, Siegmar Zacharias, Matthieu Burner, Martin Clausen und Christoph Winkler zeigt “Fight Club: A Chorus” die Entstehung Chores aus 48 Performern mit der Frage: „Am I my job?“